Die Geschichte vom armen Lazarus
Predigt über Lukas 16
DOI:
https://doi.org/10.82527/zthg.v24i1.205939Schlagworte:
Theologie und Verkündigung, PredigtAbstract
Was bleibt also für eine Lehre aus der Geschichte?
Zum einen sicherlich folgende Erkenntnis: Wir leben heute wie damals
in einer Gesellschaft, in der einige wenige auf Kosten von vielen leben und
Geld und Macht regieren. Zweitausend Jahre anbrechendes Reich Gottes
und technologischer Fortschritt haben das nicht geändert. All denen, die
darunter leiden, spricht Jesus Hoffnung zu: Einmal wird sich alles ändern
und durch ein richtiges und faires System ersetzt werden.
Doch dabei bleibt er nicht! Jesus vertröstet seine Zuhörer nicht auf den
Himmel! Im Gegenteil: Zuletzt verweist Jesus noch einmal deutlich auf die
Gesetze der Thora. Er verdeutlicht, dass die Menschen Brüder und Schwestern
sind und sich deswegen untereinander verhalten sollen, wie es in der
Thora gefordert wird: in Solidarität und Fürsorge. Diese Predigt Jesu verbietet
es sich auszuruhen! Wir hören eine mahnende Stimme, die im Angesicht
von Gesetz und Evangelium, von Tod und Erlösung manchmal zu
leise geworden ist: Sie fordert uns auf, endlich aufzustehen, sozialkritisch
zu denken und zu handeln. Sie fordert uns auf, sich dem Nächsten zu verpflichten
und Strukturen, die den Nächsten versklaven, aufzubrechen.