Religionsfreiheit als täuferisches Erbe?
Eine Argumentationsgeschichte …
DOI:
https://doi.org/10.82527/zthg.v26i1.205975Abstract
… oder sollte es nicht eher heißen „Erfolgsgeschichte“? Denn die Forderung
nach Freiheit, um die eigene Religion oder Konfession zu leben
beziehungsweise dem eigenen Gewissen zu folgen, gilt gemeinhin als
ein ganz wesentliches Erbe der Täuferbewegung.
Begriffliche Überlegungen und Rahmenbedingungen
„Gewissensfreiheit“ im täuferischen Diskurs
„Gewissensfreiheit“ wird sagbar –
das intellektuelle Netzwerk hinter den Täufern
Der Kampf um die konfessionellen Eigenheiten in einer Gesellschaft
der „Gleichen“
Reflexionen
Trotz aller Vorbehalte, die eine Kontextualisierung der Täufer in ihrer
Zeit mit sich bringt, soll die Bilanz am Schluss dieser Betrachtungen
positiv ausfallen. Die Täufer erbrachten im 16. Jahrhundert einige Vorleistungen
in Sachen „Religionsfreiheit“. Ihr Versuch, Gewissensfreiheit
in den Diskurs einzubringen und die Grenzen des Normativen im
politischen Raum auszudehnen, verlangt nach Anerkennung. Er blieb
zunächst erfolglos und musste mit zahlreichen Menschenleben bezahlt
werden....................
Somit ist die Religionsfreiheit als täuferisches Erbe eine Erfolgsgeschichte, die aber
so mancher Romantisierung entkleidet werden sollte und nach konsequenter
Kontextualisierung ruft.