Roger Williams
Ein exzentrisches Multitalent zwischen Alter und Neuer Welt
DOI:
https://doi.org/10.82527/zthg.v26i1.205976Schlagworte:
Symposion 2021Abstract
Roger Williams (ca. 1603 in London – 1683 in Providence) war ein exzentrisches
Multitalent, wenn man das so sagen darf. Er war Theologe,
Emigrant, Linguist, Freund und Verteidiger der Ureinwohner, Flüchtling
vor dem Zugriff der neu-englischen Puritaner, Begründer einer
Kolonie, deren Verwaltung demokratischen Prinzipien folgen sollte,
lange bevor Demokratie positiv konnotiert war, er war zugleich Begründer
der ersten baptistischen Gemeinde in der ‚Neuen Welt‘, die er
jedoch bald wieder verließ, er war glühender Verteidiger der Gewissens-
und Religionsfreiheit und dazu ein wortgewaltiger und schlagfertiger
Polemiker
......
Folgende zusammenfassende Thesen lassen sich ableiten:
1. Volle Glaubens- und Gewissensfreiheit bedeutet für Kirchen und
Religionen deren Freiheit von staatlichen Vorgaben oder Direktiven.
2. Die Glaubens- und Gewissensfreiheit dient der Befriedung und dem
Wohlergehen der Gesellschaft, in der sich unterschiedliche Glaubenstraditionen
unbehelligt entfalten können. Alle Religionen müssen
sich ihr verpflichten.
3. Sie verträgt sich mit handfester Polemik oder Auseinandersetzung
um die rechte Lehre.
4. Im Rahmen des Christentums spielt die Frage des Taufalters der
Täuflinge – mündig oder unmündig – eine große Rolle.
5. Die repräsentative Demokratie im Sinne größtmöglicher Beteiligung
der Bürger ist wichtiger Bestandteil, vielleicht sogar der Rahmen für
das Gelingen.
6. Im Blick auf die native Americans gilt, dass sie nicht an den Rand
gedrängt werden, sondern als Teil der ganzen Weltfamilie eingeordnet
sind. Das soll Überheblichkeit und Dünkel unmöglich machen.