Die exklusiv niederländische Freiheit
DOI:
https://doi.org/10.82527/zthg.v26i1.205979Schlagworte:
Symposion 2021Abstract
Ziel meines Aufsatzes ist es, zu beschreiben,
wie die Niederländer dazu gekommen sind, sich als tolerantes
Volk zu identifizieren.
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In der Frühmoderne konnten
Fremde wie Vondel noch niederländisch werden, weil es undeutlich war,
wer genau fremd ist. Es ist aber offensichtlich, dass schon im 16. und
17. Jahrhundert „fremd“ als negativer Begriff benutzt wurde. So entwickelte
sich ein Gegensatz im Verständnis von „Fremd-Sein“ (Fremden)
und der heimischen Freiheit. Im 19. Jahrhundert, als der Nationalstaat
es ermöglichte, klar zu definieren, wer „fremd“ war, wurde es problematisch,
denn laut diesem Narrativ können diejenigen, die nicht die
niederländische Nationalität haben, diese Freiheit nicht verstehen. Eine
derartige Rhetorik schließt nicht ein, sondern grenzt aus. Diese Freiheit
ist nicht inklusiv, sondern exklusiv.